Italienischer Espresso

Italienischer Espresso ist vor ca. 110 Jahren in Italien entstanden und wurde bald zum Nationalgetränk der Italiener und nicht nur das. Ihre Angewohnheiten, mehrmals am Tag einen Espresso zu trinken, wurde zum kommunikativen Lifestyle der Italiener.

Dabei spielt für einen Italiener die Qualität ihres Lifestyle-Produkts italienischer Espresso eine ganz besondere Rolle. Die Espresso-Qualität wird wie ein Wein beurteilt und kommentiert.

Außerhalb Italiens jedoch wird unter dem Begriff Espresso alles Mögliche verkauft, was mit dem wahren italienischen Espresso nicht viel zu tun hat. Da ist es genau wie beim Parmaschinken, der außerhalb Italiens in der Regel gar keiner sein kann, weil so viel Nachfrage aufgrund der beschränkten Zahl von Parmaschweinen im Parmagebiet und des beschränkten Futtermittels der Parma-Molke niemals erfüllt werden kann. Wie beim Lifestyle-Produkt italienischer Espresso verkauft man das, „was so aussieht wie“, ganz gleich ob Parmaschinken oder Espressokaffee. Schöne Aussichten für zukünftige Welten!

So wie heute der echte Parmaschinken zur Seltenheit wurde, ist auch der italienische Espresso auf demselben Weg, im Ozean der suggestiv beworbenen Espresso-Imitate zum Seltenheitsprodukt zu werden. Das passiert zwar nicht in Italien, aber außerhalb scheint alles erlaubt zu sein, Profit first! Die Profitgier hat keine Grenzen.

Trotzdem, wird das Kulturgut italienischer Espresso in seiner Nische erhalten bleiben und wird durch die Imitate nicht weniger Wert. Im Gegenteil, italienischer Espresso hat aufgrund seines wesentlich besseren Geschmacks, ja seines Weltgeschmacks auf lange Sicht sogar die Chance, ein Comeback zu erleben.

Was ein echter italienischer Espresso ist, ist zwar nicht durch ein Konsortium geregelt. Trotzdem gibt es für Italiener wie auch für Nichtitaliener eine ungeschriebene im Weltgedächtnis verankerte Vorstellung von dem, was italienischer Espresso und sein Weltgeschmack bedeutet. Und erst wenn dieser Weltgeschmack wahrlich erreicht ist, kann man die Bezeichnung italienischer Espresso guten Gewissens benutzen.

Was für ihr Lieblingsprodukt italienischer Espresso ganz und gar nicht geht, ist für Italiener ein Espresso aus Aluminium-Kapseln. Abgesehen von ihrer Aversion der Verwendung von Geschmacksstoffen, dem 2 – 4fach höheren Preis und dem Automatengeschmack, ist in Italien eine Art Aluminium-Phobie dazugekommen.

Die Untersuchungen von Prof. de Sole an der Universität Gregoriana, Rom bzw. die sich dadurch ergebende Mund zu Mund-Panik gegenüber Aluminium im Haushalt, haben die Italiener aufgeschreckt. Aus Angst vor Alzheimer haben sie reihenweise ihre Espresso-Herdplatten-Zubereiter aus Aluminium gegen solche aus Edelstahl ausgetauscht.

Damit ist Italienischer Espresso gar noch aus einer Aluminiumkapsel ein absolutes NoGo für Italiener!